Die Realität der Oberliga
Zum Auftaktspiel der neuen Oberligasaison am 3. September trat die erste Vertretung des TTZ Sponeta Erfurt beim Gießener SV an. Der Aufsteiger hatte sich viel vorgenommen. Das Ziel ist der Klassenerhalt. Dafür hat man sich auf der Position Zwei mit dem Chilenen Marcelo Fernandez Silva verstärkt. Ergänzt wird das Sextett von den selben Spielern, die letztes Jahr den Thüringermeistertitel nach Erfurt holten.
Am Samstag um 19 Uhr startete das Spiel gegen einen vermeintlich schlagbaren Gegner. Doch die Doppel liefen gar nicht nach Plan. Das neu formierte erste Doppel Sauer/Fernandez harmonierte in zu wenigen Aktionen und verlor gegen das Duo Hollatz/Brüggemeier mit 1:3.
Gegen das Spitzendoppel des Gastgebers (Maruk/Peschke) hatte die Kombination Hoffmann/Stoltze nichts entgegen zu setzen (0:3). Im Duell der Dreier-Doppel kam erstmalig Spannung in die Partie. Die Blumenstädter wollten auf 1:2 verkürzen. In einem sehr knappen Match unterlag das Duo Richter/Fussy in der Verlängerung des fünften Satzes gegen Boldt/Lenke. Der Fehlstart war leider perfekt.
Doch es kam Hoffnung auf. Zwar musste Fernandez einem gut verteidigenden Maruk klar in drei Sätzen gratulieren, doch Sauer gegen Hollatz (3:1), Richter gegen Brüggemeier (3:0) und Hoffmann gegen Boldt (3:1) fuhren sichere Siege ein und verkürzten auf 3:4. Jetzt nicht nachlassen, galt die vom Chefcoach Tobias Müller ausgegebene Devise. Die drei Einzel verdeutlichten, dass man die Gießener trotz eines Fehlstarts besiegen kann. Die Vorrausetzung war mindestens ein Punktgewinn im unteren Paarkreuz. Stoltze spielte gegen Routinier Peschke gut mit, hatte aber mit 1:3 das Nachsehen. Fussy hatte seinen Gegner Lenke bis zur Mitte des dritten Satzes klar im Griff. Doch dann kippte das Spiel und der Gießener spielte sich in einen wahren Rausch und gewann das Match im fünften Satz. Zur Halbzeit lag die Mannschaft bei ihrem Oberligadebut mit 3:6 zurück.
Die zweite Einzelrunde schien gut zu beginnen. Im oberen Paarkreuz ließ Sauer dem Abwehrspieler Maruk in den ersten zwei Sätzen keine Chance. Doch der gestandene Oberligaspieler des Gießener SV gewöhnte sich an das Spiel und brachte unsere Nummer 1 zunehmend in Bedrängnis. Ausschlaggebend für die erneute Fünfsatzniederlage nach einer 2:0 Führung war auch die hohe Luftfeuchtigkeit, die es Sauer nicht ermöglichte, mit Topspins auf die starken Unterschnittbälle Maruks zu attackieren. Am Nebentisch ließ ein am Anfang sichtlich nervös wirkender Fernandez Hollatz keine echte Chance und gewann in vier Sätzen. Die Hoffnung auf ein noch zu erreichendes Unentschieden wurde in den Einzeln des mittleren Paarkreuzes begraben. Hoffmann unterlag dem Linkshänder Brüggemeier in fünf Sätzen und Richter agierte gegen die kurze Noppe Boldts zu ungeschickt (1:3). Damit war die deutlich zu hoch ausgefallene 4:9 Niederlage besiegelt.
Das Fazit ist ernüchternd. Mit einem katastrophalen Doppelstart von 0:3 ist es nur schwer möglich ein Spiel noch zu seinen Gunsten zu entscheiden. Außerdem darf man sichere Satzführungen (Sauer, Fussy) nicht mehr aus der Hand geben. Oberliga ist eben doch ein anderes Niveau als Thüringenliga.
Für die Zukunft gilt es diese Defizite abzustellen, konsequenter die sich bietenden Chancen zu nutzen und weiter mit einer solchen Motivation in die Matches zu gehen. Dann ist der Klassenerhalt möglich. Natürlich benötigen wir dazu viel Unterstützung von unseren Fans. Auf diesem Weg möchte sich die erste Vertretung des TTZ Sponeta Erfurt nochmals bei den Mitgereisten bedanken. Eines ist klar: im Anfeuern haben wir die Halle als Sieger verlassen.




